
Warum wissen wir das nicht?
Mit dem ehrenamtlichen Projekt "Wissensritter (Equites Scientiae)" möchten wir evidenzbasiert auf Themen aufmerksam machen, bei denen Du dich fragen wirst: "Wieso wissen wir das nicht?"
Es gibt noch immer Fakten, die viel zu unbekannt sind. Sepsis z. B. - jeden Tag sterben in Deutschland Menschen, weil sie und ihr Umfeld einen der häufigsten medizinischen Notfälle, die Sepsis, nicht kannten.
Wir leben in einer stark vernetzten Gesellschaft und können das ändern.
Weil wissensbasiertes und verantwortungsvolles Handeln jedes Einzelnen zählt.


Alles fing an, als mir eine beiläufige Information später das Leben gerettet hat.
Um diese Botschaft zu teilen, hatte ich das Gefühl, Worte alleine reichen nicht aus.
Tiere können uns an Punkten erreichen zu denen Menschen oft kaum durchdringen können - durch Pferde, die aus Freude unsere Botschafter sind, kann Aufklärungsarbeit unterstützt werden.


Pferde als Botschafter?
Gleichzeitig möchten wir die Augen dafür öffnen, welch erstaunliche Wesen Pferde sind und wie sie die Welt erleben.
Wie ist es, ein Pferd zu sein?
Wenn wir das verstehen, können wir gemeinsam eine evidenzbasierte und zeitgemäße Pferdehaltung mehr und mehr zur Realität jedes Pferdes in der Obhut von Menschen machen.
Höchster Respekt und eine "Gegenleistung"
Teile bewusst z. B. einmal im Monat etwas, das wirklich zählt.
Unsere Gesellschaft ist extrem gut vernetzt.
Was uns fehlt, ist mehr Relevanzkultur.
Was Du teilst, hat Wirkung - und bleibt:
in unserer Gesellschaft,
in uns Menschen,
in dem entscheidenden Moment einer Mutter, die Sepsis rechtzeitig bei ihrem Baby erkennt.
Für mehr Relevanzkultur
Je mehr von uns bewusst auch Dinge teilen, die wir alle wissen sollten, umso mehr Relevanzkultur zeigt unsere Gesellschaft.
Es dauert oft Jahre bis Jahrzehnte, bis etablierte Standards aus der Forschung im Bewusstsein aller Teile unserer Gesellschaft angekommen sind und zu Allgemeinwissen werden.
Über Sepsis beispielsweise, fehlt uns nicht wissenschaftliche Erkenntnis - sondern das Ankommen im Allgemeinwissen, wie es bei Herzinfarkt und Schlaganfall bereits selbstverständlich ist.
Wissen sollte für jeden Menschen gemacht sein. Bei eigenen Projekten möchten wir nicht nur Fakten erklären - die evidenzbasierte Kommunikation ist uns ein Herzensanliegen.
Dieselbe Information kann falsch und richtig gleichzeitig sein, weil wir neues Wissen innerhalb von Sekunden nach unserem Vorwissen individuell verstehen. Studien legen nahe, dass wir Wissen als "mentale Modelle" begreifen. Eine Information die fachlich korrekt ist, kann trotzdem ein falsches Modell erzeugen.
"Sepsis ist eine Überreaktion des Immunsystems" kann so verstanden werden:
eine Autoimmunreaktion ✕
etwas wie eine Allergie ✕
tatsächlich hat Sepsis mit diesen Themen nichts gemeinsam. Dieser Satz über Sepsis kann korrekt sein - aber nur, wenn man ihn vor dem Hintergrund von Expertenwissen liest, z. B. als Mediziner*in.
Wissen muss nicht nur korrekt sein - die Wortwahl, Reihenfolge und weitere Aspekte entscheiden, ob eine Information wirklich zu Wissen führt.


Brücke zwischen Forschung und Gesellschaft


Auch heute noch wird dieser Fakt bei der Vermittlung von Wissen, beispielsweise in Aufklärungskampagnen, häufig nicht ausreichend mitgedacht.
Evidenzbasiertes Wissen bedeutet nicht:
nur für Experten inhaltlich richtig ✕
sondern für jeden inhaltlich richtig ✓
In Studien sind Experten häufig selbst sehr überrascht, wie anders ihr Wissen tatsächlich verstanden wird. Dabei ist nicht das Nutzen von Fachbegriffen das Problem, da diese meist nur dazu führen, dass etwas gar nicht verstanden wird. Vereinfachungen, wie z. B. "Überreaktion des Immunsystems", die nie mit echten Menschen getestet wurden, sind vermutlich das häufigste Problem.
Seiteninhalt zuletzt geprüft: 06.04.2026
Literatur (Auswahl):
Schneider, M. et al. (2025): How does prior knowledge affect learning? (Journal of Applied Research in Memory and Cognition); Daniel Kahneman (2011): Thinking, Fast and Slow. (Farrar, Straus and Giroux); Sørensen, K. et al. (2012): Health literacy and public health. (BMC Public Health); Rumelhart, D. E. (1980): Schema Theory and Reading Comprehension. (Lawrence Erlbaum)
Beetz, A. et al. (2012): Psychosocial and psychophysiological effects of human-animal interactions. (Frontiers in Psychology)
Morris, Z. S. et al. (2011): The answer is 17 years, what is the question? (Journal of the Royal Society of Medicine)
Innerhalb von Sekunden:
Wir alle verstehen Informationen unbewusst nach unserem Vorwissen und entscheiden innerhalb von Sekuden ob sie für uns relevant sind.
Bisher ist Aufklärungsarbeit häufig noch nicht ausreichend an diese Erkenntnis angepasst.
Eine Information die wissenschaftlich völlig richtig ist, kann trotzdem nur dann am nachhaltigsten und sichersten in der Gesellschaft ankommen, wenn die Formulierung präzise auf optimales Verständnis ohne passendes Vorwissen ausgerichtet wurde.
Die Vermittlung wichtiger Fakten sollten deshalb idealerweise so konzipiert werden, dass die genaue Interpretation nicht durch die Individualität des Einzelnen zu stark verändert werden kann.
Ein Beispiel aus Auszügen der Sepsis-Aufklärung: "Sepsis ist eine Überreaktion des Immunsystems". Dies kann ohne passendes Vorwissen so verstanden werden, als handle es sich um etwas ähnliches wie eine Allergie - womit Sepsis allerdings nichts gemein hat.
Werden Fakten unbewusst anders eingeordnet als sie gemein sind, können falsche Annahmen entstehen die wirksame Aufklärung erschweren können. Beispielsweise könnte es bei einigen Menschen zu der schnellen Einordnung kommen: "Ich habe keine Allergien und außerdem ist mein Immunsystem sehr stark - also brauche ich mich mit Sepsis ja nicht zu beschäftigen, das wird mich nie betreffen".
Die selbe Information kann gleichzeitig falsch und richtig sein?
Brücke zwischen Forschung und Gesellschaft
Themen von hoher Relevanz, beispielsweise Sepsis, sind in der Forschung selbstverständlich - haben unsere Gesellschaft aber bisher nicht ausreichend erreicht.
Laien und Experten sprechen zudem oft unterschiedliche "Sprachen" und erleben Themen aus unterschiedlichen Perspektiven - beide gleich wertvoll und einander ergänzend.
Wissen dass geteilt wird, sollte immer evidenzbasiert sein. Dies ist durch die Zusammenarbeit von Laien und Experten möglich.
Gemeinsam mit Pferden auf Themen aufmerksam zu machen, die wir Alle kennen sollten - Höchster Respekt gegenüber jedem Tier sollte selbstverständlich sein und Mitarbeit ausschließlich aus Freude und freiwillig geschehen.
Als Gegenleistung sollten wir ergänzend über etwas aufklären, dass die Situation der Tiere durch höhere Sensibilisierung für artgerechte Haltung und Umgang verbessert - Bei Pferden beispielswiese: Die Haltung evidenzbasiert nachhaltig verbessern.
Wissen kann nur helfen, wenn es geteilt wird!
Kennst Du beispielswiese die 3 häufigsten medizinischen Notfälle: Schlaganfall, Sepsis, Herzinfarkt?
(Sepsis betrifft häufig auch Kinder und ist bei uns trotz ihrer hohen Relevanz bisher wenig bekannt. Sie wird deshalb oft zu spät erkannt und verursacht täglich vermeidbare Todesfälle!)
In unserer vernetzten Gesellschaft hat jeder Einzelne von uns die Macht, Wissen zu teilen und Leben zu schützen.
Weil wissensbasiertes und verantwortungsvolles Handeln JEDES Einzelnen zählt.
Brücke zwischen Forschung und Gesellschaft
Themen von hoher Relevanz, beispielsweise Sepsis, sind in der Forschung selbstverständlich - haben unsere Gesellschaft aber bisher nicht ausreichend erreicht.
Laien und Experten sprechen zudem oft unterschiedliche "Sprachen" und erleben Themen aus unterschiedlichen Perspektiven - beide gleich wertvoll und einander ergänzend.
Wissen dass geteilt wird, sollte immer evidenzbasiert sein. Dies ist durch die Zusammenarbeit von Laien und Experten möglich.
Wissen teilen, schützt Leben
Ansprechpartnerin
E-Mail: iljana.schmitz@sepsis-stiftung.de


In Kooperation mit:


